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Von der Bankerin zum Escort in der Schweiz

Ich hatte wohl schon immer den Hang zum Verruchten und Geheimnisvollen. Zumindest einen Hang zu dem, was ich damals als verrucht und geheimnisvoll bezeichnet hätte. Damals, vor etwa 30 Jahren.


Ich hatte zu dieser Zeit eine spezielle Freundin, mit der ich allerlei Unsinn ausheckte. Durch sie kam ich mit dem Rotlichtmilieu in Berührung, und mit ihr war ich zum ersten Mal in einem Stripclub. Den Eintritt erhielten wir durch ihre Beziehungen. Wir waren die einzigen Mädchen unter den Zuschauern.


Fasziniert schaute ich der Stripperin auf der Bühne zu; gleichzeitig machte mich ihre Offenheit verlegen. Sie räkelte sich nackt auf dem Podest und tanzte an der Stange. Ihre Brüste wippten erotisch zu dem Tanz und ihre Vagina öffnete sich, wenn sie die Beine spreizte. Ich traute meinen Augen nicht und konnte kaum hinschauen: Diese offene Vagina, die dieses Mädchen zeigte und die Herren drumherum, die dieses Schauspiel mit zunehmender Erregung genossen. Irgendwie schämte ich mich ein bisschen.


Ihre Offenheit war für mich auf der einen Seite aufregend und das Zuschauen erregte mich, auf der anderen Seite war ich beschämt und entsetzt.


Als ihr Tanz zu Ende war verließen mein Freundin und ich den Club.


Das Erlebnis mit dem Mädchen auf der Bühne in dem dunklen, in rot gehaltenen Club ließ mich nicht los. Ich dachte immer wieder daran. Und manchmal erreichte mich ein erregender Funke zwischen meinen Beinen, wenn ich darüber nachdachte, jenes Mädchen auf der Bühne zu sein.


Doch mit der Zeit verblasste die Erinnerung und dann war sie ganz fort.

Jahrzehnte verstrichen. Ich arbeitete zwischenzeitlich in einer Bank und machte meinen sehr Job gut. Ich stieg auf legte eine kleine berufliche Karriere hin. Ohne Sex, ohne Hinaufschlafen oder was es da sonst noch alles gibt. Ich konnte das gut, meinen Chef organisieren und ihm den Rücken freihalten, wenn er auf Reisen war. Und manchmal, wenn ich weniger zu tun hatte, schaute ich aus dem Fenster im 39. Stock des Wolkenkratzers. Ich schaute in die Ferne und hatte Sehnsucht. Nach was, das wusste ich nicht. Ich hatte einfach ein Gefühl im Bauch, dass es da noch etwas anderes gibt, als die tägliche Arbeit in der Bank.


So ging die Zeit dahin, bis etwa vor 4 Jahren die Dinge geschahen, die ich nicht geplant hatte und auch nicht geplant hätte. Wenn ich zurückdenke, kann ich es immer noch nicht richtig glauben.


Zu dieser Zeit kündigte ich meinen Job in der Bank, den ich bereits Jahrzehnte machte. Ich hatte die Nase voll und wollte da raus. Mir war langweilig. Tagein, tagaus von 8 bis 17 Uhr im Büro. Immer dieselben Leute, dieselbe Aussicht und, mit einigen Abweichungen, dieselbe Arbeit.


Mein damaliger Chef war nicht sehr begeistert über meine Kündigung, löste aber das Arbeitsverhältnis recht schnell und auf einfache Art auf. Er war der Meinung, dass ich mich sowieso nicht mehr anders entscheiden würde (ich denke, er kannte mich recht gut) und wollte mich nicht unnötig festhalten. Also suchten wir gemeinsam einen Ersatz für mich, und als die Dame, die mich ersetzen sollte, endgültig ausgewählt war, verließ ich die Bank.


Zwar hatte ich noch keinen neuen Job, aber das war mir egal. Das Gefühl, nicht mehr in mein Büro zu gehen, war zwiespältig. Auf der einen Seite war ich erleichtert, und auf der anderen Seite schaute ich auch ein bisschen ängstlich auf mein neues Leben, das ich bis dahin ja noch gar nicht kannte.


Ich blieb also Zuhause und machte mich in der Familie ein bisschen nützlich: half ein bisschen hier und half ein bisschen dort.


Etwas mehr, als ein Jahr später, Mitte 2021, erstellte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Profil auf einem Sexdating-Portal. Von diesem Portal erfuhr ich durch Zufall, und die Erregung von damals kam zurück und zog mich in ihren Bann. Mich reizte es, auf diesem Portal zu inserieren. Ich hatte keine Vorstellung, was mich erwarten könnte. Also erstellte ich mir ein Profil und wartete, was da kommen mag...


Und ich wartete nicht lange. Ich weiß nicht mehr genau, wie viele Anfragen und Nachrichten ich hatte. Es waren sehr viele. Ich kam nicht hinterher, sie alle zu lesen, also überflog ich den Nachrichteneingang und beantwortete einige.

Antworten bekam ich schnell und ich machte Dates aus. Das Herz klopfte mir bei jedem Treffen bis zum Hals.


Ich traf mich nachts im Park auf einen Blowjob, wurde ins Pornokino aus- und vorgeführt. Ich traf mich mit einem Masseur zu einer ganz herkömmliche Massage, die mit m(einem) Höhepunkt endete. Ich traf mich mit verbundenen Augen mit einem Unbekannten in einem Hotelzimmer; die Augenmaske hing außen, an der Zimmertür. Den ganzen Abend habe ich ihn nicht gesehen, aber gefühlt und geschmeckt hatte ich ihn. Ich traf mich mit einem Rigger, der mich auf sehr erotische Weise fesselte.

Eine aufregende Zeit, an die ich gerne zurückdenke. Die Blind Dates erregten mich. Ich fühlte mich sexy und geheimnisvoll. Verrucht und schön.


Irgendwann bekam ich dann eine Nachricht aus der Schweiz: ob ich Lust hätte, in die Schweiz zu kommen, Erotikfotos zu machen? Sofort fing ich Feuer. Darauf hatte ich Lust. Dieses Mal führte mich der Aufbruch ins Unbekannte sogar in ein anderes Land. Ich sagte einen Besuch in der Schweiz zu.


Kurz vor meiner Abreise dorthin, wurde ich gefragt, ob ich mir, neben den Erotikfotos, auch vorstellen könnte, „mehr“ zu machen. Ich wurde gefragt, ob ich mit Männern schlafen und dafür Geld nehmen wolle. Wow...das war krass. Was für eine Frage. Ich sollte DAS machen, wovon man allenfalls mal liest. Keine Vorstellung hatte ich davon, wie alles abläuft. Ich hatte keine Ahnung und sagte trotzdem ja.


Die Sehnsucht, die ich immer wieder während meines Bankjobs spürte, gepaart mit der Erregung des Verruchten packte mich wie nie zuvor. Ich kannte dieses Land nicht; trotzdem trieb mich eine innere Kraft vorwärts. Schließlich setzte ich mich zu dem geplanten Termin ins Auto und fuhr los.


Die Adresse führte geradewegs in ein Etablissement dieser Art. Ich hatte einen fetten Kloß im Hals, klingelte und wurde von einer Dame begrüßt, die mir ein Zimmer zuwies, ein Telefon gab und ein bisschen was über den Ablauf erklärte. Der erste Gast ließ nicht lange auf sich warten...


Es sollte mein neuer Job in einem mir neuen Land werden: Escort in der Schweiz


Claudia Nova

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